Digitalisierung – quo vadis?

Digitalisierung – quo vadis?

Digitalisierung – quo vadis?

 

Ausgangsüberlegungen

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Robotik und ähnliche Begriffe beherrschen die Schlagzeilen. Seit noch nicht so langer Zeit haben wir in Deutschland einen Digitalisierungsminister, für die Schulen werden Gelder in Milliardenhöge zur Verfügung gestellt und in den meisten Unternehmen gibt es jede Menge Digitalisierungsprojekte.

Und eins ist klar: ohne Digitalisierung geht nichts mehr. Der Computer, das Handy, das Tablett und das Internet sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und haben einen hohen Stellenwert.

Führt uns die Digitalisierung tatsächlich in paradiesische Zustände? Die Prozesse sind optimal gestaltet, die Produkte sind smart und die Versorgung des Kunden in jeder Hinsicht optimal. Alle scheren Arbeiten sind dem Menschen abgenommen und werden von Robotern abgewickelt. Viele kognitive Aktivitäten werden vom Computer optimal übernommen und extrem effizient und effektiv zu Ende gebracht. Die Vernetzung ist durch die künstliche Intelligenz hervorragend und optimiert das Gesamtgeschehen zwischen Kunden und Produzenten, zwischen B und C.

Ist das tatsächlich so?

Jaques Lannier, Techguru und Silikon Valley Vordenker, rät allen Menschen ihre facebook und twitter accounts zu löschen. Die Key-Player des Silikon Valley schicken ihre Kinder auf Waldorfschulen und Manfred Spitzer´s Buch über „Digitale Demenz“ hat ein beachtliches Echo gefunden.

Digitalisierung – quo vadis. Darüber sollten wir uns verstärkt austauschen, neue Konzepte entwickeln, das Ganze besser verstehen lernen. Für dieses Thema lohnt es sich zu streiten. Es ist unsere Zukunft.

Inhalte

Die bisherigen Ergebnisse der Digitalisierung sind beachtlich und faszinierend. Da gibt es das robotergeführte Hotel in Tokyo (da wird schon ein wenig zurückgerudert), die vollautomatisierte Apotheke und der „kassenlose“ Supermarkt in Seattle. Die besten Schachspieler der Welt sind Computer, der Vergleich von Dreier Teams hat gezeigt, dass die mit einem Roboter als Führer effektiver waren als die rein menschlichen Gruppen, das autonome Fahren ist nur noch eine Frage der Zeit und es gilt nach wie vor das Moore´sche Gesetz, nach dem die Computer alle 18 Monate ihre Geschwindigkeit verdoppeln und ihre Größe halbieren.

Nach einem Statement eines Amazon Top Managers sind wir bei einem Vergleich des Digitalisierungsprojektes mit einem Restaurantbesuch gerade beim Gruß aus der Küche.

Der Anspruch ist die totale Kundenzentrierung. Dieser findet morgens in seinem Garten ein Paket von Amazon, in dem einiges drin ist, was für die Person von hohem Interesse ist. Ermittelt per Algorithmen aus den unzähligen Daten, die Amazon zur Verfügung stehen. Wahrscheinlich gebracht von einer Drohne direkt von einem stationären „Zeppelinlager“, das in 13 Km Höhe stationär seinen Standort hat.

Es geht darum, die Wünsche und Bedürfnisse eigentlich dann schon zu erfassen und zu befriedigen, bevor der Kunde dies selbst gemerkt hat.

Dies wirft fünf Fragen auf:

Frage 1: Abhängigkeit

Wird der homo sapiens durch die konsequente Digitalisierung in die Abhängigkeit, in die Unselbständigkeit, ja sogar in die Unfreiheit geführt? Werden wir zum Spielball ein paar großer Technologiekonzerne, die dieses Spiel am besten beherrschen.

Die Frage nach der freien Entscheidungsmöglichkeit des Menschen wird allen möglichen Kontexten gestellt. Im Falle der Digitalisierung werden wir nicht wie bei George Orwell 1984 von Big brother unter der Fuchtel gehalten, sondern elegant durch die Anwendung psychologischer Mechanismen und neurobiologischer Gesetze.

Frage 2: Digitale Verdummung

Was macht die Digitalisierung mit unserem Gehirn? Nehmen wir als Beispiel die Navigationssysteme. Eine wunderbare Hilfe. Doch unser Gehirn arbeitet nach dem Prinzip use it or loose. Durch diese Systeme wird unser „Spürsinn“ konsequent abgeschaltet. Wir müssen nicht mehr aufpassen – das macht das System für uns. Welche Regionen werden noch abgeschaltet. Die Entwicklung des Intelligenzquotienten stieg im letzten Jahrhundert im Schnitt einen Punkt jede Dekade. Dies schein seit 1995 beendet. Wir kennen die genaue Lage nicht. Verdummen wir durch die Digitalisierung? Oder nur in bestimmten Bereichen? Oder garnicht? Eine hochinteressante Frage.

Frage 3: Die KI überflügelt die HI (Humane Intelligenz)

Wird die künstliche Intelligenz die menschliche einst überflügeln? Ja, natürlich, sagt der legendäre Stephan Hawkins in seinem letzten 2018 erschienenen Buch „Kurze Antworten auf große Fragen“. Die KI entwickelt sich deutlich schneller als die menschliche Intelligenz und der Zeitpunkt des Überholens wird eigentlich ständig vorverlegt. Singularität haben einige Experten als Begriff eingeführt. Dasselbe Wort, das den Zustand beschreibt, in dem sich unser Universum z.Zt. des Urknalls befand. Auf der anderen Seite hat die humane Intelligenz natürlich auch noch jede Menge ungenutzte Potentiale, wie die Neurobiologie eindrucksvoll zeigt. Was ist, wenn wir diese heben? Dann müssen wir parallel zu unseren Investitionen in die Digitalisierung unsre kognitiven Fähigkeiten mit einem entsprechenden Investment unterstützen.

Frage 4: Eine neue Gesellschaftsordnung

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft? Die Pessimisten sehen Arbeitsplatzverluste zwischen 30 – 50 % voraus. Dies hätte natürlich dramatische Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Klar ist aber: Taxifahrer, Banker, Rechtsanwälte, Pflegepersonal, LKW-Fahrer etc. werden Federn lassen müssen. Gibt es da irgendwo neue Jobs oder werden die erforderlichen Produkte durch Roboter produziert? Hochspannende Frage.

Frage 5: Militär und Geheimdienste

Was machen eigentlich das Militär und die Geheimdienste mit der Digitalisierung. Die schauen bestimmt nicht nur zu. Es gibt ja schon die Drohnen, die von Ramstein bei Kaiserslautern ausgesteuert werden, um z.B. einen Talibanführer in Afghanistan auszuschalten. Ein paar Zivilisten (incl. Frauen und Kinder) werden eher achselzuckend als Kollateralschaden in Kauf genommen. Der Einsatz des Weltalls wird bei der Raketenabwehroffensive von Präsident Trump ausdrücklich erwähnt. Vielleicht lauert hier die größte Gefahr der Digitalisierung. Wir wissen es nicht. Die Atombombe, die biologischen und die chemischen Waffen waren auch immer geheim.

Schlussfolgerung

Ein gesellschaftliches, ein wirtschaftliches, ein Zukunftsthema. Wir müssen nicht nur in die Digitalisierung, wir müssen in uns investieren. In unsere Potentiale, in unser Gehirn. Studien aus 2016 zeigen, dass 70 % aller Changeprojekte nicht die gewünschten Ziele erreicht haben – mit zunehmender Tendenz. Die durch die Digitalisierung notwendigen Veränderungen steigen nicht linear, sondern exponentiell an.

Wir müssen dagegenhalten. In unserem Gehirn sind unglaubliche Potentiale. Jeder hat 100 Milliarden kleine graue Zellen in seinem Kopf, die mit jeweils mehreren tausend anderen verknüpft werden können. Dies ergibt eine dreistellige mögliche Billionenzahl an möglichen Verbindungen. So viele Blätter, wie es im tropischen Regenwald gibt, schätzen Experten.

Über die ungeheuren Möglichkeiten, die unser Gehirn bietet, wissen wir erst seit einigen Jahren Bescheid. Die Neurobiologie hat z.T. verblüffende Erkenntnisse gewonnen.

Wir kreieren gerade eine Welt, für die wir eigentlich nicht gemacht sind. Wir müssen uns um unser Gehirn kümmern und es den neuen Herausforderungen anpassen. Da gibt es nicht nur jede Menge Konsequenzen für den Einzelnen, für die Führungskräfte, sondern für die gesamte Organisation.

Lebenslanges Lernen, gekonntes Umgehen mit komplexen Problemen, elegantes Projektmanagement und Agilität sind die Managementkompetenzen, die zur aktiven Führung einer digitalen Welt notwendig sind. Priming, Embodiment, Optimierung der Denksysteme und Entwickeln unserer kognitiven Fähigkeiten sind die Stichworte. Wir müssen auch künftig noch einzigartig sein.

Diese Aufgabe betrifft nicht nur HR, sondern den Chef. Sie ist Chefsache.

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